Vorsicht Wildwechsel!

Nach wunderschönen Tagen in Göteborg neigt sich unser Aufenthalt in Schweden dem Ende zu.

Nachdem alle Taschen, Rücksäcke, Referendare und geschmierten Wegebrote im Auto verstaut waren, machten wir uns auf den Weg zu unserem letzten schwedischen Abenteuer: Smålandet Elchpark.

Der im Süden gelegene Elchpark bietet für die ganz und gar übernatürliche Begegnung mit den storchbeinigen Tieren eine Safaritour an, bei der man mit dem eigenen Pkw einen Rundgang im Wald abfährt. Als wir im Schneckentempo die Straße entlang schlichen, entdeckten wir auch schon die erste Gruppe von Tieren. Aber natürlich noch viel zu weit weg, um die begehrten Beweisfotos zu schießen. Wir waren für diesen Fall hervorragend mit einer handvoll Äpfeln aus dem Alten Land (nur das Beste!) vorbereitet und starteten unsere ersten zögerlichen Anlockversuche mit dem hilfreichen Hinweis, die Elche doch bitte nicht abzuwerfen!
Der große Plan war, die Elche auch einmal zu streicheln, doch als sie tatsächlich auf unsere Annäherungsversuche mit unerwarteter und erschreckender Schnelligkeit eingangen sind, haben wir dann doch ein wenig panisch die Autoscheibe schnell wieder hochgefahren. Keinen Moment zu früh, denn sofort begann ein riesiges Elchmännchen die komplette Autofront mit seiner rosigen Riesenzunge gründlich abzulecken.

Die Anzahl der freilebenden Elche in Schweden wird mit 290.000 angegeben. Gerechnet auf die schwedische Gesamtbevölkerung kommt auf 30 Schweden ein Elch. Autounfälle mit Elche sind in Schweden nichts ungewöhnliches. Doch in dem Elchpark konnten wir die sehr anmutigen Tieren aus friedlicher und halbwegs sicherer Nähe beobachten.

Mit diesem schwedischen Highlight im Gepäck ging es dann auf die Fähre Richtung Heimat zurück. Unsere Reisegruppe blickt auf fünf wundervolle Tage in Schweden mit vielen spannenden, interessanten und kuriosen Einblicken in die nordische Kultur und Arbeitswelt zurück. Wir hoffen, in Zukunft noch viele weitere Schülergenerationen mit unseren Erfahrungen und Kontakten für einen kulturellen Austausch mit schwedischen Bildungseinrichtungen begeistern zu können.

Tack och adjö!
Eure Reiseleitung: Johann, Jenny, Lisa, Sonja und Wiebke

Von Hogwarts, Irish Flair und Adventures

Es war ein schwerer Tag … unsere Gruppe musste sich trennen. Mit schwerem Herzen drehten sich zwei der nun mehr Familienmitglieder im Bett um, als der Rest pünktlich um 7 Uhr das Haus verließ. Sie machte sich auf zur zweiten Schule…

Zauberhafte Wirtschaftsschule

Ein weiterer bemerkenswerter Tag neigt sich dem Ende. Heute besuchten wir, Wiebke, Jennifer und Sonja, das Jensen Gymnasium. Nach dem wir den richtigen Türcode in unserer digitalen Eulenpost ausfindig gemacht hatten, konnten wir Göteborgs Hogwarts mitten im Herzen der Stadt betreten. Uns erwarteten viele Treppen, schmale Korridore im alten Gemäuer, eine romantische Theaterbibliothek und ein historischer Fahrstuhl. Und das alles begleitet von Bildzitaten außergewöhnlicher Persönlichkeiten. Historisches Gebäude = Historischer Unterricht? Nicht im Geringsten! Im Jensen Gymnasium machen Schüler*Innen und Lehrkräfte pädagogische Spaziergänge (PP=pedagogical promenade), Schreibmeditationen und verzichten bewusst auf die beliebte „Schuldroge“ Zucker. Apropos Essen, wir haben euch doch schon von der „Bamba“ (Mensa) berichtet. Wie sollte es anders als „Schwesterschule“ von Hogwarts sein, das Bamba des Jensen Gymnasiums befindet sich in einem nahegelegenen urigen Pub. Yes, no kidding … in einem Pub. Neben dem Unterricht in Englisch und Betriebswirtschaftslehre, durften wir am Ende des Tages an einer Lehrerbesprechungen auf Schwedisch teilnehmen. Gehirnjogging für die deutschen Besucher, denn verstanden hat man doch ein bisschen. Hier konnten wir ausführlich über unsere Reise mit Erasmus+ berichten und das deutsche Duale Ausbildungssystem an die schwedische Frau bzw. Mann bringen. Passend zum Sonnenuntergang warfen wir uns unsere Mäntel über und machten uns auf den Weg zur unserer Villa Kunterbunt.
Ein Beitrag Jennifer Kühl, Sonja Stadler und Wiebke Fischer

Währenddessen im Hauptquartier: Die glücklichen Langschläfer machen sich auch so ganz langsam auf den Weg…

Making the difference.

Dieses Motto hat Allison, unsere Kontaktperson an der international Preschool, dazu veranlasst, den für schwedische Verhältnisse fulminant vergüteten Beruf einer Erzieherin zu ergreifen. Der modern gestaltete Kindergarten beherbergt im Moment vier Gruppen von ca. 15 (Klein)Kindern. Im Einklang mit dem schwedischen Curriculum stehen in der kindlichen Bildungsseinrichtung weniger Fachinhalte im Mittelpunkt, sondern viel mehr die Förderung von Handlungskompetenzen, um die Kinder an das Konzept des independent learners heranzuführen. Im Zentrum der Arbeit im Kindergarten steht für das Team um Allison immer die Perspektive des Kindes. Flexibilität und Spontanität gehören zum Alltag dazu, wie Köttbullar zu Weihnachten. Der Kindergarten ist auch für schwedische Verhältnisse mit seiner gelebten Gleichstellung aller Menschen und Kulturen sehr besonders. Jegliche religiös geprägten Feiertage gehören nicht zum festen Festtagskalender des Kindergartens. Der Jultomten (Weihnachtsmann), eine christliche Tradition, besucht in dieser Preschool keine Kinder. Dafür lernen die Kinder am Weltfriedenstag den friedvollen Umgang mit anderen Kulturen und basteln am Weltumwelttag an unterschiedlichen Projekten. Eine fortschrittliche und spannende Idee, alle Kinder auch mit unterschiedlichen Religionen an Festen zu beteiligen. Auch im charmanten Team zeigt sich die internationale Ausrichtung der Einrichtung. Die preschool bietet vielen internationalen Studenten und Praktikanten während mehrmonatiger Praktika bunte Einblicke in unterschiedlichste Berufsbereiche. Allison ist sowohl für interessierte Schüler wie für organiserende Lehrer*innen eine (Cave! Lobeslied:) zuverlässige, hilfsbereite, informierte, engagierte, ehrliche, witzige, amerikanische … Kontaktperson für alle Anlässe, die gern Adventures, wie sie es nennt, für Neugierige organisiert. Wir freuen uns darauf, in Zukunft für viele interessierte Schüler*innen diese Entdeckungsreise ermöglichen zu können.
Adventures – we are coming!
Ein Beitrag von Lisa Geßner und Johann Zühlke

Nach langen Stunden der schmerzhaften Trennung saß die Familie brav beim Abendbrot zusammen. Der Nachmittag verlief mit erfreulichen Shopping-Expeditionen durch die schmalen Gässchen Göteborgs bei schönstem Sonnenschein.

Gymnasiet, Köttbullar und Bamba

Geweckt von einer sehr erfrischenden Kälte machten wir uns mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auf zu unserem ersten Schulbesuch am Katherinelundgymnasiet, eine Schule die neben hauptsächlich allgemeinbildenden Bildungsgängen sportliche aber auch pflegerische Schwerpunkte im Rahmen von Bildungsprogrammen anbietet. Von 8-15 Uhr lernten wir die unterschiedlichsten Klassen, Lehrer und Bildungsgänge des Gymnasiums kennen. Hier schildern wir Euch unsere Eindrücke von einem durch und durch gelungenem Tag:

Lugn som en filbunke
Wörtlich übersetzt: Ruhig wie ein Sauermilchbehälter
Wir berichten hier natürlich nicht nur von unseren Erlebnissen und Eindrücken, sondern haben ja auch einen Bildungsauftrag für das Publikum daheim. Dieses schwedische Sprichwort traf für mich heute ganz besonders zu. Selten durfte ich eine so entspannte Atmophäre an einer Schule erleben. Mit einer entwaffnenden Freundlichkeit wurden wir im Lehrerkollegium mit einer großen Selbstverständlichkeit aufgenommen und mit herzlicher Manier in jeden einzelnen Unterricht sprachlich wie auch fachlich integriert. Auch das Miteinander an der Schule war zu jeder Zeit aufgeschlossen, freundlich und locker. Die an Gleitzeiten anmutende Pausenregelung regulierte den Lärm nach dem Unterricht im Schulgebäude auf ein auch für empfindliche Hörorgane angenehmes Niveau. Auch wenn das schwedische Schulsystem vor ähnlichen Herausforderungen steht wie ihr deutsches Pendant (u.a. Lehrermangel, Inklusion und chronischer Unterfinanzierung) wird Schule hier ganz anders gedacht. Die Schüler*innen werden zu einem großen Teil mit ausgezahltem Schulgeld, gestellten Lehrmitteln (PC, Sachbüchern usw.), kostenlosem Mittagessen und kurzen Unterrichtszeiten von ca. 70 Minuten entlastet. Anderseits wird eine große Selbstständigkeit von den Schüler*innen erwartet und (erstaunlicherweise!) auch gelebt. Die selbstständige Vokabelarbeit würde die Herzfrequenz eines jeden Englischlehrers vor euphorischer Begeisterung mindestens verdoppeln.
Und mit einer ebenso großen Gelassenheit wurde mir heute die unschlagbare Popularität heimischer Köttbullar geduldig erklärt. Auf meine Frage, ob Köttbullar nicht nur ein touristischer Ikea-Trick seien, wurde ich mit ungläubigen Blicken gestraft und ich habe mich auf der Stelle gebührend geschämt. Natürlich werden Köttbullar oder wie man sie richtig ausspricht Schöttbullaaaaaa zu jeder Gelegenheit gegessen. Weihnachten darf es dann gern etwas edler werden. Dann werden im feierlichen Beisammensein Köttbullar aus Elchfleisch gegessen.
Und jetzt alle: Schöttbulaaaaaaaaaa
Ein Beitrag von Lisa Geßner

Flexible Timeslots und Hotels für die Lieblinge
Ein ganzer Tag gefüllt mit fesselnden Informationen und neuen Eindrücken … „Was davon ist mir am meisten in Erinnerung geblieben?“ Hm, eine große Überraschung war für mich die Einteilung des Unterrichts in flexiblen Timeslots. Irgendwann zwischen 10-12 Uhr soll z. B. die 3. und 4. Stunde stattfinden. Aber wann genau entscheiden die Lehrkräfte mit ihren Schüler*Innen selbst. So ergeben sich gemeinsame Planungen des Unterrichts mit den Klassen und individuelle Pausenzeiten, welche sogar den Ansturm auf die Mensa entspannen und ja richtig, eine Schulklingel überflüssig machen.
Und dann möchte ich gerne noch die Handy-Hotels erwähnen. Ein wundervoller Ort der Sicherheit und Ruhe für den wertvollsten Besitz eines jeden Lernenden. Säuberlich sortiert und gut verpackt können die Lieblinge keinem unaufmerksamen Moment Ihrer Herrchen und Frauchen zum Opfer fallen. Kurz gesagt, zu Beginn jeder Stunde werden alle Handys der Schüler*Innen unaufgefordert in spezielle Aufbewahrungsbehälter abgelegt und können nach Stundenschluss wieder abgeholt werden. So einfach und doch noch nie ausprobiert.
Ein Beitrag von Sonja Stadler

Typisk tysk?!
Morgens halb zehn in Schweden. Nein, da essen wir nicht mehr (Frühstück gab es schon um 6 Uhr). Stattdessen finden wir uns im Klassenzimmer eines sehr zentral gelegenen Gymnasiums wieder. Deutschunterricht. Ein Traum einer jeden Fremdsprachenlehrer*in wird wahr: Es gibt einen ganz realen Kommunikationsanlass! Härlig! So sitze ich mit einer Gruppe von vier 16-Jährigen zusammen, die mich viel über meine Person und Deutschland fragen. Woher kommst Du…ehm, Sie? Was machen Sie in Ihrer Freizeit? Was ist das Lieblingsessen der Deutschen? Warum sind Sie in Göteborg? Innerlich schmunzelnd stelle ich mir vor, wie schwierig es den Schülern fällt, die zweite Person in der Höflichkeitsform zu verwenden. Wahrscheinlich so, als würden wir heute „Euer Hochwürden“ als Ansprache im Deutschen verwenden. Auch die Lehrerin Sandra sagte später noch, dass sie sich ohne Ansprache mit dem schwedischen Du sehr unwohl fühlen würde. Der Kontext ist dabei wirklich egal. Kommen wir aber zurück zu den Protagonisten: den vier Schülern. Im Verlauf des gemeinsamen Gesprächs nutze ich die Chance, auch selbst Fragen an die noch nie außerhalb Schwedens gewesenen Jungs zu stellen. „Angenommen, Ihr seid in Deutschland. Welchen Charakter erwartet Ihr: Was kennzeichnet die Deutschen?“ „Glücklich“, schoss es aus Adam direkt heraus. Ich war erstaunt. „Glücklich? Warum meinst Du sind die Deutschen so glücklich?“ „Naturlik“, antwortete er mit sympathischem schwedischen Akzent, „wenn man lebt in einem so schönen Land. Da kann man nur glücklich sein.“ Glücklichsein als typisk tysk?! Lasst uns damit anfangen. Wenn Adam und seine Klassenkameraden eines Tages nach Deutschland kommen, sollen sie sich anschauen können und er soll sagen können „Seht Ihr, ich hatte Recht damals, als die deutsche Lehrerin uns gefragt hatte.“
Ein Beitrag von Wiebke Fischer

It was a great and awesome day again.
We learnt a lot in the Kathrinlundschool and enjoyed the time with the colleagues. Teaching a language is so interesting and an exchange such a big privilege. I really enjoyed the openminded setting of the teachers and the students. My English is not perfect, but everybody is mindful to understand me. And how do you wanna learn if you make no mistake? (that’s why I write my article in English-excuse that, English colleagues! and all professional speakers!! )
If you are a student in sweden and be late, you have to knock on the closed door and have to wait. But if the teacher opens the door, you are welcome to an lesson with a friendly atmosphere. That’s what we watched today. 
Connecting to Swedish people is a real privilege. It’s not normal in Germany to hug your guest in school after visiting. 
But it feels like you are welcome.

Emoji

We should take these two guys as rolemodels: (https://www.youtube.com/watch?v=nDQezECAxtQ)
Toddler Besties Share Huge Hug on Sidewalk
Ein Beitrag von Johann Zühlke

Tack för det, Katrinelund! – Danke dafür, Katrinelund!
Über den heutigen Tag könnte man im Grunde einen Roman schreiben. Viele Einblicke in unterschiedlichste Bereiche. So vieles ähnlich, und doch so vieles anders! Durch die Korridore mit Schließfächern, die einer typsichen American Highschool gleichen, führten uns die hoch engagierten Lehrkräfte vom Katrinelundgymnasium von Unterricht zu Unterricht, von Meeting zu Meeting. Alles perfekt organisiert von Sandra Malmqvist – unserer Hauptkontaktperson vor Ort, die wir mit unseren viele Fragen den Bauch löchern durften. Für die Schüler*innen sind Papier und Stift seltene Begleiter. Das bereitgestellte Schulnotebook ist jedoch stets zur Hand. Sweden goes digital! Hier notieren die Schüler*innen, ein bisschen wie in der Uni, für sich selbstständig fleißig ihre Notizen und laden Beiträge und Texte in eine Art Lern-Cloud. Für neue Schulbücher, die immer noch Teil des Unterrichts sind, bleibt aufgrund der Notebookoffensive meist kein Geld, sagte man uns. Begeistert hat vor allem das sehr gute Englisch der Schüler*innen (ein Traum für jede Englischlehrkraft und pragmatisch gesehen extrem praktisch für unseren intensiven Austausch mit den Schülern!). Der preisgekrönte Lunch in der Cafeteria (die Götheborger sagen Bamba) rundete unseren erlebnisreichen Tag kulinarisch ab. Danke dafür, Katrinelund! Tack för det!
Ein Beitrag von Jennifer Kühl

Nach dem durchaus lohnenden wie auch anstrengenden Besuch im Katherinelundgymnasiet benötigten wir eine entsprechende Auslöschungsphase, welche in einer ausgiebigen City-Tour mündete. Göteborg entfaltet auf den Straßen mit seinen Cafés, Boutiquen im Hygge-Schick und liebevoll angelegten Grünflächen eine stadteigene Gelassenheit. Zum Abschluss ein paar tolle Impressionen, bevor wir mit freudiger Erwartung auf den nächsten Tag in die Betten hüpfen.

Der Weg ist das Ziel…

… in unserem Fall im wahrsten Sinne des Wortes. Bereits auf der Hinfahrt per Fähre aus der sehr empfehlenswerten Hansestadt Rostock (Geheimtipp von einer echten Rostockerin: wer diese Stadt noch nicht kennt, hier singt Marteria von der Stadt aller Städte: Mein Rostock https://www.youtube.com/watch?v=G2yJpzd2pyA) erhielten wir erste Einblicke in den internationalen Konzern StenaLine. Bei einem exklusiv Meeting mit dem Kapitän auf der Brücke konnten wir uns über die Ausbildung junger Menschen an Bord informieren. Das Fährunternehmen beschäftigt derzeit nur wenige Auszubildende, da immer weniger junger Menschen eine Ausbildung im Schifffahrtssektor (drei F) anstreben. Überwiegend bietet das Unternehmen jungen Deutschen eine Ausbildung (z.B. Schiffsmechaniker), mit dem schulischen Standort in Rostock. Doch auch internationale Berufsinteressierte können über langfristige Praktika bei StenaLine Berufserfahrungen im sowohl nautischen wie auch kaufmännischen Bereich sammeln.

Des Nachts auf der Brücke bei der Ausfahrt aus dem Hafen Warnemünde in der schönen Hansestadt Rostock
Kapitän Franke stellte sich all unseren Fragen

Angekommen in Trelleborg dauerte die Fahrt in unserem PKW drei Stunden. Jeder Quadratzentimenter des Innenraums war entweder mit einem Referendar (Lehrkräfte im Vorbereitungdienst, ich weiß…) oder mit überaus notwendigen Einkäufen belegt. Das gab uns die Gelegenheit, uns richtig gut kennenzulernen. So konnten wir auch die Zimmeraufteilungen in herzlicher Runde auf dipolmatischen Wege klären.

Nachdem wir es uns in unserem heimeligen Ferienhaus am Stadtrand von Göteborg gemütlich gemacht haben, ging es los zu unterschiedichen Aktivitäten. Während sich eine Gruppe auf die abenteuerliche Erkundung der Stadt machte, dessen Straßennamen sich für mitteleuopäische Ohren nahezu identisch anhören, traf sich der andere Gruppenteil mit dem Leiter eines internationalen Kindergartens vor Ort.

Where are you from? – I am a teacher, that’s what I am.

Die Begeisterung über seinen Beruf stand dem Gründer und Leiter der Gothenburg Preschool Joseph Major förmlich ins Gesicht geschrieben. Der selbst einst aus Kanada eingewanderte Lehrer brachte die zentrale Haltung zu ausgewählten sozialpädagogischen Themen in einem ausführlichen gemeinsamen Gespräch auf den Punkt. Mit seinem vollständig international aufgestellten Team begrüßt er seit Langem regelmäßig viele Erasmus+-Praktikant*innen. Auf die von uns gestellte Frage, welche Kompetenzen interessierte Schüler*innen mitbringen sollten, nannte er folgende Aspekte: Offenheit für unterschiedliche Kulturen, Bereitschaft in einer familiären, dennoch international professionellen Atmosphäre mitzuwirken und jederzeit bereit ist, alle Fragen zu stellen. Mai-Kim, Josephs Mitgründerin seit der ersten Stunde, bekräftigte seine Aussage und ergänzte, dass es keine Frage zu viel geben kann. Schnell waren wir bei den Themen Identität und Individualität. So geht es doch heute darum, dass Kinder trotz mancher „curling parents“ individuelle Wege gehen können, berichteten die Gründer*innen der kleinen „adventurers und explores“. Die Frage nach der Herkunft wird in dieser Preschool nicht gestellt. Stattdessen werden die Kinder dazu eingeladen, über ihre (sprachliche) Kompetenzen ihre eigene Individualität zu entwickeln. Das Strahlen in den Augen der beiden Gründer*innen wirkte auf uns, sodass wir sehr gerne zukünftig unsere Schüler*innen in diesem herzlichen und kompetenten Team neue Erfahrungen sammeln lassen wollen. Den Samen des Kontakts zu Joseph und Mai-Kim ist gesät und wir freuen uns darauf, ihn zukünftig weiter wachsen lassen zu können. Noch mehr über diese einmalige Preschool findet Ihr hier: http://www.gothenburgspreschool.com/home

Nach dem überaus ereignisreichen haben sich Sieger ein anständiges Abendessen verdient. Zum Nachtisch gab es Zimtschnecke, das schwedische Nationalgebäck (schwedisch: Kanelbullen), in traditioneller Fladengröße. Wer nach seinen sechs HotDogs bei Ikea beim Verdrücken der obligatorischen Zimtschnecke anfängt zu schnaufen, bekommt bei diesem Gebäck große Augen. Sie werden häufig während FIKA genossen, ein Treffen mit Freunden.

Nach dem übermäßigen Verzehr lokaler, kulinarischer Köstlichkeiten geht es für uns in die wohlverdienten Federbetten. Begleitet uns morgen bei unserem Besuch bei einem örtlichen Gymnasium mit spannenden Fachrichtungen.

Ahoi!
Eure Reisebegleitung

Lehrer nach Schweden? Warum überhaupt?

Lehrer nach Schweden? Warum überhaupt?

Gute Frage!
Im Rahmen einer Zusatzqualifikation, angeboten durch unser schön gelegenes Studienseminar in Stade, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, im Heimatland von Wikingern, Agnetha Fältskog und Greta Thunberg Kontakte zu örtlichen Bildungsinstitutionen und Firmen zu knüpfen, um ein Netzwerk für einen Austausch zwischen europäischen Bildungslandschaften zu schaffen. Als Lehrende an Schulen mit den unterschiedlichsten beruflichen Schwerpunkten erhoffen wir uns mit unserem Selbsterxperiment neben kulinarischen Köstlichkeiten Einblicke in neue Lehrmethoden sowie Bildungs- und Firmenstrukturen. Insbesondere werden wir der äußerst spannenden Frage nachgehen, wie junge Menschen in anderen europäischen Ländern schulisch ausgebildet werden und berufspraktische Fähigkeiten erlernen.

Begleitet uns auf unserer kurzen Reise in den hohen Norden und auf unseren Pfaden in das schwedische Bildungssystem. Egal für welche Beruflichkeit, wir werden viele spannende Partner vor Ort besuchen und natürlich live berichten.

Es grüßt Euch,
Eure Reiseleitung